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Wanderprogramm im Winter in Castrop-Rauxel: Die Region erwandern

Der Sauerländische Gebirgsverein braucht keine Hügel für ausgiebige Wanderungen. Das neue Programm des Vereins liegt in Kürze aus.

Der SGV kennt vier Fitness-Level: Leicht, normal, mittel und schwer. Die Mitglieder schätzen das Wandern in der Gemeinschaft.

Der Name Sauerländischer Gebirgsverein gibt Fragen auf. Castrop-Rauxel liegt im Ruhrgebiet und Gebirge sind an der Emscher doch eher Mangelware. Letztlich aber geht es ja gar nicht darum, hohe Berge zu erkraxeln. Das Wandern (und das Miteinander) stehen im Vordergrund des Vergnügens, weiß Claus Quentin.

Seit zweieinhalb Jahren ist der ehemalige Bergbauingenieur inzwischen Vorsitzender des Sauerländischen Gebirgsvereins Castrop-Rauxel, dem er selbst seit acht Jahren angehört. „Um die 200 Mitglieder haben wir“, erzählt er. Nicht alle von denen begeben sich auch aktiv auf Wanderschaft, aber 60 bis 70 Aktive nehmen an den Angeboten des Vereins regelmäßig teil. Abgesehen von Dienstag und Donnerstag gibt es keinen Tag in der Woche, an dem keine Wanderungen angeboten würden.

Wandern nach Merklinde

Am kommenden Mittwoch etwa steht Merklinde im Fokus des Interesses. Dann heißt es: „Wir wandern nach Merklinde.“ Treffpunkt ist 13.30 Uhr der Parkplatz Goldschmieding. Die zu bewältigende Strecke beträgt circa fünf Kilometer - mit einer anschließenden Einkehr im Reiterhof Merklinde (wer da mitmachen möchte, sollte sich vorher anmelden unter 015774375158).

„Bei allen Wanderungen, die wir unternehmen“, erläutert Claus Quentin, „ist es wichtig, dass Start- und Zielort mit dem ÖPNV erreichbar sind beziehungsweise die Wege zur nächsten Bushaltestelle übersichtlich ausfallen.“ Viele Wanderfreundinnen und -freunde nutzen den ÖPNV und für die Wanderung am Mittwoch heißt dies: eine Rückfahrt ab Wittener Straße ist möglich, vom Endpunkt zur Haltestelle sind es etwa 1000 Meter.

Das sind keine allzu großen Entfernungen, diese Wanderung richtet sich entsprechend an Naturfreunde und Wandersleute, die es etwas ruhiger mögen. „Von unseren Mitgliedern sind viele schon im etwas fortgeschritteneren Alter“, so der Vorsitzende. Da muss man ein entsprechend breit gefächertes Programm anbieten, um die verschiedenen Bedürfnisse und individuellen Möglichkeiten - zu berücksichtigen. „Wir haben eine Wanderführerin, die Rolllatorenwanderungen organisiert.“

So können auch stärker beeinträchtigte Wandererinnen und Wanderer ihrem Hobby in der Gemeinschaft frönen.

Für jüngere und wadenkräftige Mitglieder werden aber auch Wanderungen organisiert, die weit über die Stadtgrenzen Castrop-Rauxels hinausführen. Da gibt es dann auch schon einmal organisierte Fahrten in den Pfälzer Wald oder gar in die Dolomiten. „Wer an diesen Fahrten teilnimmt, will natürlich das Wandererlebnis in ganz besonderer Weise genießen.“

Das Schöne am Wandern in der Gemeinschaft ist die Zwanglosigkeit des Zusammenkommens. Vor Ort wählt man die Wanderung, die einem zusagt. Es gibt keine Leistungsnoten oder gar eine Teilnahmepflicht. Die insgesamt 16 Wanderführerinnen und Wanderführer erstellen vielmehr jedes Halbjahr ein Programm, in dem sie ihre sehr unterschiedlichen Angebote auflisten. „Viele von ihnen sind bereits seit vielen Jahren im Verein aktiv und sie wissen natürlich, die Strecken und die Schwierigkeitsgrade einzuschätzen.“ Castrop-Rauxel ist als eine Stadt, die nur wenige Höhen und Tiefen (topografisch betrachtet) kennt, ein „machbares“ Terrain, das an Wandersleut' nicht die Ansprüche stellt wie etwa eine Wanderung durchs tiefste Sauerland, wo Stock und Stein manch eine Barriere darstellen.

Unterwegs im Schnee FOTOS (2) SAUERLÄNDISCHER GEBIRGSVEREIN
Unterwegs im Schnee FOTOS (2) SAUERLÄNDISCHER GEBIRGSVEREIN

Festes Schuhwerk

„Dennoch gibt es eine Kleinigkeit, die es zu beachten gilt: Auch in Castrop-Rauxel wandert man immer mit festem Schuhwerk“, sagt Claus Quentin. Davon abgesehen gibt es natürlich auch sehr anspruchsvolle Wanderrouten in der Region, Nordic Walking gehört ebenso zu den Angeboten wie Radwandern oder Powerwalking. Powerwalking ist ein Angebot, das größtenteils von jüngeren Mitgliedern (in den Dreißigern) wahrgenommen wird, denn Powerwalking ist durchaus fordernd und verlangt Kondition.

In diesen Tagen wird der neue Wanderplan für das erste Halbjahr 2024 im Rathaus, in der Stadt-Bibliothek, im Hallenbad, an der Radstation, im Kiosk im Hauptbahnhof und bei vielen Werbepartnern in der Stadt ausgelegt. Wer an einer Wanderung teilnehmen will, aber nicht weiß, ob Wandern überhaupt „sein Ding“ ist, kann natürlich erst einmal in die Aktivitäten hineinschnuppern. So ist auch Claus Quentin zum SGV gekommen.

„Ich war auch erst einmal nur Gast, aber bald schon hatte ich so viel Spaß, dass ich in den Verein eingetreten bin.“ Der Vorteil einer Mitgliedschaft ist nicht nur, dass man an professionell organisierten Wanderungen teilnimmt: Mitglieder sind auch versichert. Der Beitrag beträgt 29 Euro im Jahr, über den Dachverein mit Sitz in Arnsberg sind Teilnehmer an Wanderungen entsprechend abgesichert - wenn zum Beispiel einmal eine Baumwurzel und ein Knöchel einander ungesund begegnen sollten.

Eine Strecke, die Claus Quentins vor Ort ins Herz geschlossen hat, ist eine Tour von Habinghorst die Emscherauen in Richtung Herne: „Es ist einfach übers schön zu beobachten, wie sich die Emscher verändert hat und sich immer noch weiter entwickelt.“ Auch entlang der Strecke von der Halde Frohlinde zur Zeche Zollern gibt es mehr zu erblicken, als man denkt“. 

> Info: Der SGV kennt vier Fitness-Level: Leicht, normal, mittel und schwer. Was Wanderführer nicht kennen, das ist schlechtes Wetter. Regen und Schnee sind erst einmal keine Gründe, eine Wanderung abzusagen - zumindest normaler Niederschlag ist auch nur eine Regendusche. Ausführliche, detaillierte Infos über Programm und Anforderungen gibt es unter www.sgv-castrop-rauxel.de